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Verwaltungsgericht Potsdam rechtfertigt Stasimaßnahmen

 
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Volker
Sehr aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 08.03.2012
Beiträge: 55

BeitragVerfasst am: 09.03.2012, 15:12    Titel: Verwaltungsgericht Potsdam rechtfertigt Stasimaßnahmen Antworten mit Zitat

Hallo, ich gehöre auch zu den Stasiopfern. Bin rehabilitiert und beziehe die Opferrente.
Im November 2011 ging ein jahrelanger Streit, über die Anerkennung der Zeit des Berufs - und Aufenthaltsverbot zur Rente, zu Ende.
Ich wollte das die Zeit in der ich nicht in meinem Beruf arbeiten durfte, und als Hilfsarbeiter noch nicht mal die Hälfte von dem was ich vorher bekommen habe, verdiehnt habe, so gerechnet wird, als hätte es die Strafe nicht gegeben.
In Haft war ich 1972 und das Verbot in den Jahren danach.

Die Richterin Frau Dr. Achenbach am Verwaltungsgericht Potsdam, lehnte den Antrag ab.
So weit noch in Ordnung, falls die Gesetze so geschaffen sind. Es geht aber um die Begründung, und die ist so ungeheuerlich, und abenteuerlich, dass man es kaum glauben möchte.
Erklärend muß ich noch sagen, dass ich nach der Haftentlassung nicht mehr nach Hause durfte, sondern ein Zimmer in einem Ort, etwa 30 km von Königswusterhausen entfernt zugewiesen bekam. Ohne fließendes Wasser, ohne WC. Das Zimmer war in einem Baufälligem Haus, noch weit vom Ort entfernt, zum Bus, der 3 mal am Tag nach Königswusterhausen fährt waren es rund 6 km Fußweg.
Da ich Berufsverbot bekommen hatte, sollte ich im 3 Schichtsystem im Hafen von KWh als Hilfsarbeiter arbeiten.Mein erlernter Beruf war Bottsmann und Maschinist (Binnenschifffahrt)
Ich lehnte diese Arbeit ab, da es unmöglich war die Arbeitsstelle zu erreichen, und ich auch nicht dem Gespött meiner ehemaligen Kollegen ausgesetzt sein wollte. Ich fuhr vor der Haft 3X täglich die Strecke Berlin -KWh mit einem Schubboot.
Ich mußte nun als ungelernter Arbeiter auf der LPG in diesem Ort in dem ich das Zimmer hatte,arbeiten.
Der Lohn auf dem Schiff betrug damals rund 1200 Mark Netto auf der LPG kam ich auf 400-500 Mark.
Die Richterin ist der Meinung, das ich die Arbeit im Hafen hätte machen müssen, es sei keine Chikane der Stasi gewesen, sondern war zu meiner Hilfe.
Die Richterin erklärte im Urteil, der Hafen Königswusterhausen wäre der größte Hafen der DDR, und es wären Betriebsbusse in die einzelnen Orte gefahren.Somit wäre man immer zur Arbeit gekommen.
-Das ist absolut gelogen, KWh war ein sehr kleiner Hafen, nur ein Hafenbecken . Betriebsbusse gab es da nicht!
Die Richterin glaubte den beiden Damen vom Ministerium des Innern Brandenburg, das ich auch mit dem öffentlichen Verkehrsmittel hätte fahren können, als Beweis diente ein Fahrplan von heute.
-40 Jahre später, das muß man sich überlegen. In weiteren 40 Jahren fährt vielleicht die U-Bahn dahin! Außerdem will sie an Hand von google nachweisen, das die Straßenverbindung gut war, und ich mir hätte ja ein Motorrad leihen können. In der DDR ein Motorrad leihen ??????
-Straßenverhältnisse sind heute ganz anders als vor 40 Jahren.

Die Richterin ist der Meinung, das der erlernte Beruf eines Bootsmanns, und Qualifikation zum Maschinisten mit dem Beruf eines Hilfsarbeiters im Hafen gleich zu setzen ist,
-nach dem Motto, beide fegen das Schiff nur aus.
Sie glaubt auch nicht, das wir im Schichtbetrieb, 3Wochen arbeiten eine Woche frei,
3 Wochen 21 Tage mal16 Stunden pro Tag = 336 Stunden Monat 1200 Mark verdient hatten, sondern auch nur 500 -600 Mark.
Die Eidesstattliche Erklärung des damaligen Kapitä* schmetterte sie als unglaubwürdig ab.
Die Richterin hat null Ahnung was den Beruf und die Fahrrenszeit auf einem Binnenschiff angeht, und maßt sich ein Urteil an, das keiner meiner Kollegen, die bei der Verhandlung dabei waren, verstehen kann.
Sie berief sich auf ein Verhöhrungsprotokoll während meiner Untersuchungshaft in Potsdam im "Lindenhotel" (http://politikindermitte.wordpress.com/2012/02/24/versohnung-geht-so-nicht/#more-5679) aus dem Jahr 1972 in dem ich zu den Stasivernehmer gesagt haben soll, ich verdiene 600 Mark.
Dieses Protokoll war nie Gegenstand der Verhandlung ich kenne es nicht.Das Protokoll, falls es es überhaupt gibt, entstand vor 40 Jahren unter unmöglichen Bedingungen. Ich habe der Stasi viel erzählt, die Tage und Nächte in denen man verhört und auch geschlagen wurde, waren lang. Das die DDR ein Unrechtstaat war, davon hat die Richterin noch nie gehört, einen anderen Eindruck gibt es nicht.
Das waren nur Teile der 15 Seiten Begründung.
Mein Rechtsanwalt war auch enttäuschend, und das schönste, er sendete mir das Urteil erst zu,( er war krank???!!!) als alle Einspruchsfristen verstrichen waren.
Ich denke in Potsdam regiert heute noch die Stasi.

Bei Interesse kann ich noch mehr schreiben.

Ich möchte nun dieses Urteil öffentlich machen. Weiß jemand an wen man sich da wenden könnte, oder welche Zeitung, Spiegel Stern oder so, würden sich trauen dieses Urteil öffentlich zu machen.
Man muß solche Richter, und Angestellte des Ministerium des Innern, die heute noch die Maßnahmen der Stasi negieren und zum Teil rechtfertigen bloß stellen.

Habe inzwischen Kontakt mit Leuten, bei denen die gleiche Richterin das ähnlich gemacht hat.
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Achim-Ba-ch
Ganz besonders aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 17.06.2011
Beiträge: 198
Wohnort: 16727 Velten

BeitragVerfasst am: 17.10.2012, 12:20    Titel: Berufsverbot und Ausbildungsverbot Antworten mit Zitat

Hallo Volker,
bei mir sind die Probleme ähnlich gelagert, nur dass ich nach dem
Ausbildungsverbot (1.) nach dem Westen abhauen wollte. Dann war ich in U-Haft und zum Glück kam gleich die Amnestie 1972 und weil ich schon alles zugegeben hatte, kam ich gleich wieder heraus.
Danach hatte man sich vor Schreck einfallen lassen und mich in einer kleinen LPG ausbilden und über die Erwachsenen-Ausbildung kriege ich dann einen Facharbeiter. Es ist zwar ein anderer, als wie ich vor hatte, aber in der Stellenbeschreibung ist er genau der Gleiche.
DAS STIMMT ABER NICHT. In den mir zugewiesenen Beruf brauchte man nur eine Schulausbildung von 6 - 8 Jahren. In meinem ausgewählten Beruf (Zootechniker) war eine 10 Klassen Schulausbildung Voraussetzung gewesen. Da ich früher in der Schule Ärger l mit der Abiturausbildung hatte, wollte ich mein Abi nach der Berufsausbildung nachholen, das ist ja nach einer Aufnahmeprüfung möglich. Aber mit dem mir zugewiesenen Beruf nicht. Und deshalb mein Fluchtversuch 1972. Und jetzt streite ich immer wegen der Entscheidung von Frau Dr. Achenbach von Anfang 2012.

2. definiert Frau Dr. Achenbach dieses Ausbildungsverbot als einfaches Mobbing.
Dagegen kann ich nur sagen, schon immer war ich, bedingt durch das Elternhaus anders politisch gestrickt. So ist schon das Mobbing politisch zu verantworten.
Es hatten sich zum Beispiel bei meiner Kündigung sehr hohe Parteikader zu Wort gemeldet und haben gewettert, weil es verboten war (ich wusste es nicht), aber die SED Kreisleitung hatte sich nicht durchsetzen können.
So ist alles in allem als ein politischer Vorgang zu bewerten, er war vom System abhängig, nicht von einzelnen Personen!.


Gruß Achim
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