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Eine Schande - 16 Jahre nach der Einheit

 
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ReiBin
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Anmeldedatum: 02.02.2007
Beiträge: 3089

BeitragVerfasst am: 14.03.2007, 23:26    Titel: Eine Schande - 16 Jahre nach der Einheit Antworten mit Zitat



Eine Schande - 16 Jahre nach der Einheit

Der Umgang des wiedervereinigten Deutschlands mit der ehemaligen DDR-Opposition widert mich immer mehr an. Nun hat man sich folgende Regelung ausgedacht: Wer länger als ein halbes Jahr in DDR-Haft gesessen hat, bekommt eine Opferrente von 250 Euro monatlich. Allerdings nicht jeder. Nur diejenigen, die sozial bedürftig sind. Wer es danach zu einer akzeptablen finanziellen Ausstattung gebracht hat, hat dummerweise umsonst gelitten – wenn auch vielleicht nicht vergeblich. Denn die Opposition hat erheblich dazu beigetragen, dass es mit der ostdeutschen Diktatur zu Ende ging.

Welch schäbiger Kontrast sind dagegen die Altersversorgungen, die der Staat ansonsten bestimmten ehemaligen DDR-Bürgern bietet:
- Die Stasi-Renten, ein Teil der so genannten Sonderversorgungssysteme, würden praktisch nicht angetastet und von bundesdeutschen Ge4richten für rechtens erklärt. Wenn dies – ich sage: leider – so ist, müssen wir sie zahlen, denn es darf keine juristische Willkür im Rechtsstaat geben. Auch wenn es moralisch schmerzt, dass die Täter von damals noch belohnt werden.

Nun will die Bundesregierung den Mitgliedern der Übergangsregierung unter dem einzigen frei gewählten Ministerpräsidenten Lothar de Maizière auch eine Sonder-Pension verschaffen. Wer dem Kabinett angehörte, soll im Alter 1000 Euro extra erhalten. Das Tolle: Wegen des Beitritts der DDR konnten die Herrschaften nur rund sechs Monate lang überhaupt dieser Regierung angehören. Sicherlich haben auch sie sich um die deutsche Einheit verdient gemacht, aber ob das gleich mit einer Pension belohnt werden muss?

Und vor allem: Wer fragt hier nach Bedürftigkeit? Sechs Monate in der Übergangsregierung wiegen viermal so schwer wie – mindestens – sechs Monate DDR-Haftanstalt.

Meinetwegen kann es auch eine Pension für die Übergangsminister geben. Aber die Oppositions-Häftlinge nach Bedürftigkeit mit 250 Euro abzuspeisen, ist eine Schande.

FOCUS, 19. Februar 2007
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In der ehemaligen DDR 1961 bis 1964 Haft wegen so genannter fortgesetzter staatsgef�hrdender Propaganda und Hetze
(� 19 Abs. 1 Ziff. 2 StEG)
Wehrdienstverweigerer und von Anfang an Mitorganisator und Teilnehmer der Montagsdemos in Leipzig, mit denen die Macht des SED-Regimes gebrochen und der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands freigek�mpft wurde.
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