www.stasiopferinfo.com Foren-Übersicht www.stasiopferinfo.com
Forum der politisch Verfolgten
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

«17. Juni war unvollendete Revolution»

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    www.stasiopferinfo.com Foren-Übersicht -> Als das Volk zum ersten Mal aufstand
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
ReiBin
Site Admin


Anmeldedatum: 02.02.2007
Beiträge: 3076

BeitragVerfasst am: 17.06.2007, 17:46    Titel: «17. Juni war unvollendete Revolution» Antworten mit Zitat

«17. Juni war unvollendete Revolution» - Verteidigung der Freiheit soll Vermächtnis des Aufstandes sein - Zentrales Denkmal gefordert --Von Jürgen Wutschke--

Berlin (ddp-bln). Vizekanzler Franz Müntefering und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) haben am 54. Jahrestag des DDR-Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 davor gewarnt, die Erinnerung an die historischen Ereignisse verblassen zu lassen. In ihren Reden erklärten beide Politiker am Sonntag auf dem Friedhof Seestraße in Berlin-Wedding, dass die Verteidigung der Freiheit zu dem historischen Vermächtnis der Ereignisse gehöre. Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) kritisierte aus Anlass des Jahrestages die neu gegründete Partei Die Linke und erinnerte an den «Staatsterror der DDR». Wowereit sagte bei der Gedenkveranstaltung, dass der Aufstand eine «unvollendete Revolution» gewesen sei, deren Versprechen auf Freiheit und Demokratie erst mit der Wende 1989 eingelöst worden seien. Daher sei der 17. Juni eines der «wichtigsten Ereignisse der europäischen Freiheitsgeschichte». Die in Osteuropa folgenden Revolutionen hätten ihren Ausgang im Jahr 1953 gehabt. Vizekanzler Müntefering betonte, dass der Kampf um die Freiheit kein behaglicher Weg sei. In diesem Sinne könne der «17. Juni als Rehabilitation der deutschen Geschichte» verstanden werden. Freiheit sei die «Basis und der Kitt für soziale Gerechtigkeit». Die größte Ehre, die den Opfern von 1953 erbracht werden könne, bestehe darin, die Freiheit ernstzunehmen, sagte der Politiker. Zugleich kritisierte Müntefering «die Selbstgerechtigkeit und Ritualisierung» der alten BRD beim Gedenken an den Volksaufstand. An der Gedenkveranstaltung nahmen unter anderen auch der Präsident des Abgeordnetenhauses Walter Momper (SPD), der Fraktionsvorsitzende der Berliner CDU, Friedbert Pflüger, die Bundesbeauftragte für die Unterlagen der ehemaligen Staatssicherheit der DDR, Marianne Birthler und Zeitzeugen teil. Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) appellierte daran, in einer Zeit, in der «sich die Erben der SED anschicken, linke Kraft in Deutschland zu spielen», an die «demokratieverachtende Politik» der DDR zu erinnern. Die Vereinigung werde am Montag am Opferdenkmal auf dem Steinplatz in Berlin-Charlottenburg einen Kranz niederlegen. Ein zentrales Denkmal für die Opfer des Aufstandes forderte ein Sprecher des Mauermuseums am Checkpoint Charlie in Kreuzberg. Die kleine Gedenktafel am Rohwedder-Haus in Berlin-Mitte sei «leider nur für Wissende». Am Aufstand vom 17. Juni 1953 beteiligten sich DDR-weit mehr als eine Million Menschen. Der Protest richtete sich vor allem gegen eine von der SED angeordnete Erhöhung der Arbeitsnormen. Mit Hilfe der Volkspolizei schlug das sowjetische Militär die Erhebung blutig nieder. (Quellen: Wowereit und Müntefering in Reden, VOS und Mauermuseum in Mitteilungen) ddp/jwu/fgr

ad-hoc-news, 17.06.2007
_________________
In der ehemaligen DDR 1961 bis 1964 Haft wegen so genannter fortgesetzter staatsgef�hrdender Propaganda und Hetze
(� 19 Abs. 1 Ziff. 2 StEG)
Wehrdienstverweigerer und von Anfang an Mitorganisator und Teilnehmer der Montagsdemos in Leipzig, mit denen die Macht des SED-Regimes gebrochen und der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands freigek�mpft wurde.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
ReiBin
Site Admin


Anmeldedatum: 02.02.2007
Beiträge: 3076

BeitragVerfasst am: 17.06.2007, 20:46    Titel: Wider das Verdrängen Antworten mit Zitat

Wider das Verdrängen

Willkür und Bespitzelung charakterisierte das ehemalige SED-Regime. Jetzt gibt es starke Tendenzen, Unrecht zu verschleiern. Autor Hubertus Knabe kämpft dagegen an
"Die PDS versucht den Terror abzuschieben"Unterdrückung wird als "Demokratie-Defizit" verharmlost"DIE TÄTER SIND UNTER UNS"Essen. Sind die Menschen, die beim Versuch, aus der DDR zu fliehen, durch Schüsse, Minen und im Stacheldraht starben, schon vergessen? Es scheint so. Wie überhaupt manches verblasst, was jahrzehntelang an der zweiten deutschen Diktatur erschüttert hat. Die Unterdrückung jedweder Opposition; Folter; die Bespitzelung bis in die privateste, intimste Sphäre; die gnadenlose strafrechtliche Verfolgung politischer "Vergehen" durch eine Justiz, die nicht unabhängig, sondern im Sinn des SED-Regimes ihre Urteile fand.

Das alles verblasst nicht nur. Im Gegenteil: eine seltsam anmutende Verklärung scheint das Unrechtssystem auf Trabi und sozialistische Nischenleben-Romantik zu reduzieren. "Ostalgie" geht um; nicht nur im Osten. Der Film "Goodbye Lenin" ließ schmunzeln, zeigte er doch den Osten als eine eigentlich naiv-schrullige Staatsvariante. Die kalkulierte Repression, auf die sich das SED-System stützte, zeigte er nicht. War der Stasi-Staat also nur eine kleine Verlegenheit deutscher Geschichte?

Mit der Überzeugungskraft besseren Wissens und tiefem inneren Engagement stemmt sich Hubertus Knabe dagegen, dass "die Diktatur der SED nach und nach mit einem verklärenden Schleier bedeckt" wird. Knabe ist Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und ergreift in einem neuen Buch - "Die Täter sind unter uns" - kompromisslos Partei für die Opfer, und er appelliert an Politik und Gesellschaft, nicht zu vergessen.

Nicht gerade unpassend tritt Knabe auf den Plan in einer Zeit, in der sich die Niederschlagung des Volksaufstands in der DDR am 17. Juni jährte und - in der mit der Gründung der neuen Links-Partei die Gesinnung so mancher alter Genossen ihre Wiedergeburt erfährt. Denn in der Links-Partei steckt die PDS, die gewandelte SED. Und da schimmern noch Denkmuster ehemaliger SED- und MfS-Kader durch.

"Die PDS versucht die Verantwortung für den Terror auf externe Ursachen abzuschieben. Die fundamentalen Unterschiede zwischen Diktatur und Demokratie werden dadurch verwischt und jene, die an den Unterdrückungsmaßnahmen mitgewirkt oder diese befohlen haben, von ihrer persönlichen Haftung befreit" - so sieht es Knabe, der die PDS als "Partei der Spitzel" benennt. Ausführlich legt er etwa seine Erkenntnisse dar, welche ehemaligen Stasispitzel in Partei und Staat Karriere gemacht haben. Auch Gregor Gysi, die rhetorische Wunderwaffe der Linken, lässt er nicht aus. An seinem Beispiel spiegelt er die Versuche, die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit im Nachhinein zu verschleiern.

Ohnehin öffnet Knabe den Blick für eine verkehrte, absurde Wirklichkeit. Während sich einerseits frühere hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter in Vereinen organisierten und dort mehr oder weniger unverhohlen anti-westliche Propaganda betrieben, den SED-Staat mystifizierten und schiere Unterdrückung als bloße "Demokratie-Defizite" verharmlosten, gerieten andererseits die Opfer in Vergessenheit.

Die juristische Verfolgung der im Namen der DDR begangenen Vergehen und Verbrechen betrachtet Knabe als "gigantische Amnestie", in der Milde gegenüber den Tätern obsiegt. Er belegt seine Ansicht mit etlichen Fehlurteilen - wie das gegen einen Stasi-Todesschützen, bei dem das Gericht auf Notwehr erkannte.

Es stimmt zwar, dass Abertausende politische Gefangener nach der Wiedervereinigung rehabilitiert worden sind. Jedoch kamen die Täter des Regimes in aller Regel ungeschoren davon, denn im Einigungsvertrag war festgelegt worden, dass bei Strafverfahren das jeweils mildere Strafrecht - der DDR oder der Bundesrepublik - anzuwenden sei. Knabe: "Ausgerechnet das Strafrecht der SED, mit dem diese ihre Gegner bekämpft hatte, wurde zum Instrument, um ihre eigenen Verbrechen zu ahnden." Und wie weit - nämlich bis ins Alter - diese Schieflage führt, stellt Knabe in einem anderen Zusammenhang dar: "Eine täterfreundliche Rechtsprechung hat bewirkt, dass man in Deutschland eine höhere Rente bekommt, wenn man 10 Jahre im Zuchthaus Bautzen als Wärter Dienst tat, als wenn man dort 20 Jahre in Haft saß".

Provozierend mag die Frage anmuten, warum das Unrecht des untergegangenen DDR-Regimes nicht mit ähnlicher Entschlossenheit aufgearbeitet wird, wie das des *-Staates. Eine Antwort darauf gibt Knabe selbst: "Es geht nicht darum, DDR und Nationalsozialismus gleich zu setzen. Aber die Opfer beider Diktaturen haben Anspruch auf denselben Schutz des Gesetzgebers." - Um Gerechtigkeit geht es ihm eben.

WAZ
17.06.2007 Von Rolf Potthoff
_________________
In der ehemaligen DDR 1961 bis 1964 Haft wegen so genannter fortgesetzter staatsgef�hrdender Propaganda und Hetze
(� 19 Abs. 1 Ziff. 2 StEG)
Wehrdienstverweigerer und von Anfang an Mitorganisator und Teilnehmer der Montagsdemos in Leipzig, mit denen die Macht des SED-Regimes gebrochen und der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands freigek�mpft wurde.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
ReiBin
Site Admin


Anmeldedatum: 02.02.2007
Beiträge: 3076

BeitragVerfasst am: 18.12.2008, 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

VEREINIGUNG 17.JUNI 1953 e.V.

P r e s s e
Der wohl letzte große Kampf eines 17ers


Breite Unterstützung für Heinz Grünhagen: Straße des 17.Juni


cw – Er ist schwer krank, braucht täglich Hilfe: Heinz Grünhagen, ehemaliges Mitglied der Streikleitung vom 17.Juni 1953 vor Ort. Er ist der letzte überlebende Aktivist des seinerzeitigen Volksaufstandes in Strausberg bei Berlin. Seither bemüht sich der ehemalige politische Gefangene der SED-Justiz um das Andenken an „die größte und wichtigste Zeit in meinem Leben“ (Grünhagen). So schaffte er es mit Hartnäckigkeit, einen Gedenkstein an die Toten des Volksaufstandes gegen den Widerstand „einflussreicher ehemaliger Genossen“ vor den Toren der Barnim-Kaserne in Strausberg zu installieren. An diesem werden jedes Jahr die Kränze der Stadt niedergelegt.

Immer bei dieser Gedenkstunde im Juni dabei: Heinz Grünhagen. Erstmals in diesem Jahr musste er fern bleiben, die Gesundheit ließ die Wahrnehmung „des wichtigsten Termins im Jahr“ nicht mehr zu. Aber Grünhagen wäre nicht Grünhagen, wenn er trotz dieser für ihn schweren Situation aufgeben würde. In den letzten Wochen schrieb er an den Bürgermeister und die Fraktionen im Stadtrat einen dringenden Brief: Die Hennickendorfer Chaussee, auf der seinerzeit sowjetische Schützenpanzer aufgefahren waren, solle zum nächstjährigen 17.Juni in „Straße des 17.Juni 1953“ umbenannt werden.

Nicht nur Bürgermeister Hans Peter Thierfeld reagierte positiv. Auch die Fraktionen, einschließlich der LINKEn, sandten „konstruktive Signale“, man wolle gemeinsam und abseits vom Streit unter den Parteien nach einer Lösung suchen.

Auch die Verfolgten-Verbände stellen sich hinter den Antrag. Die Vereinigung 17.Juni 1953, die aus dem vormaligen „Komitee 17.Juni“ hervorging und der größte und älteste Verband, die „Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS)“ wandten sich inzwischen in gleichlautenden Schreiben an den Bürgermeister und warben für die Initiative des ehemaligen Streikführers.

„Vielleicht ist das ja mein letzter großer Kampf,“ sagt Heinz Grünhagen fast ein wenig wehmütig. „Aber wenn ich es noch erleben kann, dass dem Aufstand von 1953 in meiner Stadt ein unübersehbares Denkzeichen gesetzt wird, dann wäre es der höchste Dank und die größte Anerkennung für all die Kameraden, die damals gefallen sind oder inzwischen verstarben und die für ein einiges, freies und besseres Deutschland gekämpft haben.“

17.12.2008

V.i.S.d.P.: Carl-Wolfg. Holzapfel, Vereinigung 17.Juni 1953 e.V., Wernshauser Str.21, D-12249 Berlin
Tel.: 030-30207785, Mobil: 0176-48061953, holzapfellyrag@aol.com -

_________________
In der ehemaligen DDR 1961 bis 1964 Haft wegen so genannter fortgesetzter staatsgef�hrdender Propaganda und Hetze
(� 19 Abs. 1 Ziff. 2 StEG)
Wehrdienstverweigerer und von Anfang an Mitorganisator und Teilnehmer der Montagsdemos in Leipzig, mit denen die Macht des SED-Regimes gebrochen und der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands freigek�mpft wurde.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Hamo



Anmeldedatum: 01.02.2011
Beiträge: 3
Wohnort: Dresden

BeitragVerfasst am: 02.02.2011, 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Der Schrei nach Freiheit am 17. Juni 1953
VON RUDOLF BAUER - zuletzt aktualisiert: 02.02.2011 - 02:30

Die Unzufriedenheit der Bürger in der DDR hatte monatelang gegärt. Nach der Erhöhung der "Arbeitsnormen" entlud sich die Wut der Arbeiter in einem Aufstand. Die Sowjetunion schlug die Revolte blutig nieder: 267 Demonstranten wurden getötet, 1017 verletzt.


"Freiheit!" riefen die Menschen in der DDR. Immer wieder "Freiheit!". Andere forderten im Staccato: "Kollegen, reiht euch ein, wir wollen freie Menschen sein." Nein, das war nicht 1988 am Ende des SED-Staats, das gekennzeichnet war durch den Ruf in den Straßen "Wir sind das Volk. Wir sind das Volk". Der erste öffentliche Schrei nach Freiheit erscholl am 17. Juni 1953. Wir im Westen hörten und lasen die Nachrichten mit einer Mischung aus Bewunderung und Sorge. Was könnte sich dort anbahnen? Mit welchen Folgen? Die Antwort kam bald: Der Schrei nach Freiheit wurde im Blut erstickt.

"Arbeiter- und Bauernstaat" nannten die Machthaber der SED den von der Sowjetunion besetzten Teil Deutschlands. Aber es waren Arbeiter, die gegen Unterdrückung, Unrecht und Unfreiheit aufstanden und ihr Leben riskierten. Die Erhebung begann damit, dass die Bauarbeiter in der Stalin-Allee in Ostberlin die Arbeit niederlegten – ausgerechnet in der Straße, die den Aufbau des Sozialismus in der DDR repräsentieren sollte. Dieser Teil des Aufstands hatte schon am 16. Juni begonnen. In den Zeitungen der "alten" Bundesrepublik war am 17. Juni zu lesen: "10 000 Arbeiter protestieren vor dem Sitz der Zonenregierung gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen und fordern freie Wahlen."

Zeitzeugen von damals müssen den Jüngeren von heute wohl die Bezeichnung "Zonenregierung" erklären: So hieß im damaligen westlichen Sprachgebrauch die Regierung der DDR, also die Regierung in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands.

Anlass für den Arbeiteraufstand war eine am 28. Mai von der Regierung angeordnete Erhöhung der "Arbeitsnormen" um mindestens zehn Prozent. Bei Nichterfüllung drohte eine Senkung der Löhne. Das wurde vom Staat, der systemgerecht als Unternehmer und Arbeitgeber fungierte, angeordnet, obwohl die Regierung durch ihr Spitzelsystem wissen musste, dass die Arbeiter sich längst als unterdrückt, ausgepumpt und ausgebeutet empfanden.

Zum Hintergrund gehört eine ernste wirtschaftliche Krise in der DDR im Winter 1952/53. Die Ernährungslage war miserabel. Der mit Nachdruck betriebene Aufbau der Schwerindustrie hatte im sozialistisch gelenkten Wirtschaftssystem zwangsläufig dazu geführt, dass die Konsumgüter-Industrie und damit die Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigsten Dingen des täglichen Lebens vernachlässigt wurden.

Zum Hintergrund der Bereitschaft zum Aufstand gehörte aber gewiss auch die Tatsache, dass die Menschen in der DDR schon 20 Jahre als Unterdrückte lebten – zunächst ab 1933 in der braunen Diktatur, dann in nahtlosem Übergang in der von den Sowjets verordneten roten Diktatur. Da wird das Maß des Leidens voll gewesen sein.

Die Bereitschaft zum öffentlichen Protest und zum Streik war schon im Frühjahr 1953 zu erkennen. In dieser Zeit stiegen auch die Flüchtlingszahlen beträchtlich: Von Januar bis Mai kehrten 185 000 Frauen und Männer der DDR den Rücken und suchten in der Bundesrepublik eine Zukunft in Freiheit. Die Protestierenden und die Streikenden mögen auch an den Tod Stalins am 5. März Hoffnungen geknüpft haben. Von einigen Arbeitern war hinter vorgehaltener Hand zu hören: "Der Machtkampf der möglichen Nachfolger des Diktators könnte die Aufmerksamkeit des Kreml von den Vorgängen in der DDR ablenken; dann wird vielleicht nicht so schnell geschossen, und die sowjetischen Truppen lassen ihre Panzer in den Kasernen." Es war eine trügerische Hoffnung, obwohl Stalins Nachfolger Malenkow zunächst einen gemilderten innenpolitischen Kurs eingeschlagen hatte, was in der DDR zu einer vorübergehenden Nachgiebigkeit gegenüber der Bevölkerung führte. Aber eben nur vorübergehend.

Die Arbeiter riskierten jedenfalls mit dem Mut der Verzweifelten den Aufstand. Im weiteren Verlauf zeichnete sich bald immer klarer ab, dass es ihnen nicht (mehr) in erster Linie um die "Arbeitsnormen" ging. Vielmehr wollten sie das Regime stürzen, um die Freiheit zurückzugewinnen. Das sagt und schreibt sich im Jahr 2011 alles leicht – mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung und dem Ende der menschenverachtenden Diktatur in Ostberlin. Damals, vor nun fast 60 Jahren, begaben sich die Demonstranten und die Streikenden in höchste Gefahr. Sie lebten in einem System, das keinen Widerspruch dulden konnte, weil er das Ende des Systems eingeläutet hätte.

Wer in einem freiheitlichen Rechtsstaat wie der Bundesrepublik Deutschland aufgewachsen ist und lebt, kann sich nicht vorstellen, was in einer Diktatur beispielsweise folgende Szene bedeutete: Als Fritz Selbmann, damals Minister für Industrie, zu der aufgebrachten Menge vor dem Regierungsgebäude in der Leipziger Straße beschwichtigend zu reden versuchte, kam er kaum zu Wort; ein Arbeiter schob ihn schließlich zur Seite und rief: "Hier stehen nicht allein die Bauarbeiter der Stalin-Allee, hier stehen Berlin und die ganze Zone ... Was du hier siehst, ist eine Volkserhebung ... Wir fordern freie und geheime Wahlen."

Das war am 16. Juni. Einen Tag später folgte die Erhebung, die sich von Ostberlin aus auf die ganze "Zone" ausbreitete. Einige Schwerpunkte als Beispiele: In Frankfurt an der Oder legten in den frühen Morgenstunden einige Tausend "Werktätige" die Arbeit nieder; in Görlitz gingen 50 000 auf die Straße; in Magdeburg mehr als 100 000; in Leipzig zwangen Arbeiter den Bürgermeister, an der Spitze ihres Demonstrationszuges mitzumarschieren und dabei ein Transparent zu tragen; im mitteldeutschen Braunkohlerevier stürmten Demonstranten die SED-Zentralen, entwaffneten Volkspolizisten und befreiten Häftlinge; in Bitterfeld ordnete ein Streikkomitee erfolgreich an, dass das Bürgermeisteramt, die Polizeiämter und die Dienststellen der Staatssicherheit (Stasi) besetzt wurden.

In Ostberlin hatten sich Demonstrationszüge aus verschiedenen Stadtteilen schon früh in Richtung Alexanderplatz und Leipziger Straße in Bewegung gesetzt. Dort aber schlugen Volkspolizisten mit Holz- und Gummiknüppeln auf die Menschen ein und verhafteten Demonstranten. Schon gegen 9 Uhr zeichnete sich das gewaltsame Ende ab. Die sowjetischen Truppen ließen zahlreiche Panzer, motorisierte Infanterie und motorisierte Granatwerfer anrollen, am Ende sogar schwerste Panzer des Modells T-34. Die Demonstranten wichen ihnen aus und schlossen sich dann erneut zusammen. Immerhin gelang es ihnen noch, vom Brandenburger Tor die verhasste rote Fahne herunterzuholen. Die Sowjets und in ihrem Schutz die SED-Machthaber schauten jedoch nur noch wenige Stunden untätig zu. Um 12 Uhr am Mittag erhielt die Volkspolizei Schieß-Erlaubnis, und der sowjetische Stadtkommandant befahl: "Ab 13 Uhr wird der Ausnahmezustand verhängt. Menschenansammlungen von mehr als drei Personen sind verboten. Verstöße gegen diesen Befehl werden nach dem Kriegsrecht bestraft."

Gegen Panzer, Maschinenpistolen und Gewehre konnten die Demonstranten dauerhaft nichts ausrichten; nicht einmal für kurze Zeit. Am Abend herrschte in Ostberlin und in anderen Teilen der DDR wieder Ruhe – die Ruhe eines Friedhofs. In einer nicht hundertprozentig zuverlässigen Statistik ist nachzulesen: 267 Demonstranten wurden getötet, 1017 verletzt, 116 Volkspolizisten und 18 Sowjetsoldaten kamen ums Leben, einige Hundert wurden verletzt; von 6300 Verhafteten wurden 14 zum Tod verurteilt, 1067 zu hohen Zuchthausstrafen; aus dem "Militär- und Parteiapparat" wurden 52 Männer wegen Befehlsverweigerung erschossen. Der Schrei einer entrechteten Bevölkerung nach Freiheit war erbarmungslos im Blut erstickt worden. Acht Jahre später wurde die Mauer gebaut. Bis zur Freiheit mussten noch fast 40 Jahre Unfreiheit erduldet werden. Die Nazizeit mitgerechnet, mussten viele Menschen fast 60 Jahre Unterdrückung und Unrecht erleiden.

Online Die einzelnen Teile der Serie findet man im Internet unter www.rp-online.de/panorama
Quelle: RP
http://nachrichten.rp-online.de/kultur/der-schrei-nach-freiheit-am-17-juni-1953-1.330763
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
P. Trawiel
Ganz besonders aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 06.09.2007
Beiträge: 1849

BeitragVerfasst am: 17.06.2012, 08:43    Titel: 17. Juni ist bis heute unvollendete Revolution Antworten mit Zitat

SED-Nachfolgepartei

Berliner Morgenpost schreibt

Linke ignoriert den Aufstand vom 17. Juni

- Das "Fest der Linken", das die Bundestagsfraktion der Linkspartei seit Freitagabend in der Kulturbrauerei veranstaltet, sorgt für Kritik. Patrick Kurth, FDP-Bundestagsabgeordneter, hat die neuen Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger aufgefordert, das Fest abzusagen. Denn es findet just am Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR vor 59 Jahren statt. Diese Forderung hat Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im thüringischen Landtag, mit sehr aggressiven Worten gegen Kurth zurückgewiesen: "Ich denke, dass Sie nur versuchen wollen, mit diesem Klamauk billiges politisches Kapital aus den tatsächlich tragischen Ereignissen des 17. Juni zu ziehen."

Zwar beweist die Linkspartei Geschichtsbewusstsein bei ihrem Fest - allerdings nur, indem sie an die "Blockade" des kommunistischen Kuba 1962 erinnert. Der Protest von Arbeitern erst in Ost-Berlin, dann in Hunderten Gemeinden in der ganzen DDR, der am Nachmittag des 17. Juni 1953 von Panzern niedergewalzt wurde, soll laut Programm dagegen kein Thema auf dem "Fest der Linken" sein.
Mehr…. http://www.morgenpost.de/printarchiv/politik/article106610424/Linke-ignoriert-den-Aufstand-vom-17-Juni.html

P.T.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
P. Trawiel
Ganz besonders aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 06.09.2007
Beiträge: 1849

BeitragVerfasst am: 17.06.2013, 08:20    Titel: WIR TRAUERN UND VERNEIGEN UNS VOR DEN OPFERN DES 17. Juni Antworten mit Zitat

Von welchem Land spricht die Ministerin der Justiz?

Artikel von der VEREINIGUNG 17. JUNI 1953 e.V. übernommen

Anlass für eine Bilanz der Aufarbeitung der SED-Diktatur

Von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB
Der Volksaufstand im Juni 1953 in der ehemaligen DDR zählt zu den herausragenden Ereignissen der deutschen Geschichte. Nahezu 1 Million Menschen demonstrierten an über 700 Orten in der DDR gegen die kommunistische Diktatur, für bessere Lebensbedingungen, freie Wahlen und die Einheit Deutschlands. Für die Ostdeutschen endete dieser Aufstand mit einer bitteren Niederlage, die nicht wenige mit Haft, jahrelanger Drangsalierung, Diskriminierung und der Verweigerung von Lebenschancen bezahlten, einige der Beteiligten sogar mit ihrem Leben. In den Geschichtsbüchern der DDR wurde der damalige Widerstand bewusst ideologisch fehlinterpretiert und im Alltagsleben der Bevölkerung verdrängt oder totgeschwiegen. In der Bundesrepublik wurde der 17. Juni zum nationalen Feiertag.

Wie kaum ein anderes Ereignis in der jüngsten deutschen Vergangenheit gibt der 17. Juni jährlich auch Anlass, Bilanz zu ziehen, ob es uns nach der wiedergewonnenen staatlichen Einheit gelungen ist, die unsägliche Hinterlassenschaft der SED-Herrschaft aufzuarbeiten. Ich bin mir ganz sicher, dass die Freude und die Genugtuung über die Zerschlagung dieser Diktatur in Ost und West eindeutig überwiegen. Ich weiß aber auch, dass einige Opfer, die aus politischen Gründen berufliche Nachteile oder sogar Haft erleiden mussten, heute mit einiger Bitterkeit und Enttäuschung fragen, ob sich ihr Widerstand gelohnt hat und ihr persönlicher Einsatz ausreichend gewürdigt wird. Deshalb liegt es mir am Herzen aufzuzeigen, dass wir auf dem Weg der Aufarbeitung der SED-Diktatur ein gutes Stück des Weges erfolgreich zurückgelegt haben.

Die strafrechtliche Bewältigung des SED-Unrechtes ist – als eine wesentliche Komponente der Aufarbeitung – heute weitestgehend abgeschlossen. Hier bestand von Anfang an Einigkeit darüber, dass schwere Menschenrechtsverletzungen nicht ungesühnt bleiben dürfen. Dieser Weg der Vergangenheitsbewältigung war von großen Teilen der Bevölkerung der DDR gefordert worden und entsprach dem Selbstverständnis, dass man nicht die Idee der Menschenrechte zur Grundlage des Staatswesens machen und gleichzeitig Menschen, die sie mit Füßen getreten haben, straflos lassen kann. Die Erwartungen der Opfer waren entsprechend hoch. In den Strafverfahren ist ihnen öffentlich wahrnehmbare Individualität verliehen worden. Die Schuldigen sind in der Regel benannt und nach dem Maßstab ihrer individuellen Schuld bestraft worden, ganz gleich an welcher Stelle der Hierarchie in der DDR sie gestanden haben. Die alle Formen des Systemunrechts erfassende Strafverfolgung hat auch dazu beigetragen, dass wir heute eine fundierte und umfassende Vorstellung davon haben, wie das Regime funktionierte und in welchem Ausmaß den Menschen in der DDR Unrecht widerfahren ist. Die Strafverfahren haben deutlich gemacht, dass für dieses Unrecht nicht abstrakte Systeme und Apparate, sondern Menschen verantwortlich sind und dass es auch für die Mächtigen keinen straffreien Raum gibt. In diesem Sinne hat die Strafjustiz nach meiner Einschätzung die ihr zugedachte Bewältigung des SED-Unrechts gut erfüllt.

Zur erfolgreichen Bilanz gehört auch, dass der gesamtdeutsche Gesetzgeber mit den Rehabilitierungsgesetzen nach der Wiedervereinigung zügig Regelungen getroffen hat, um die Opfer der SED-Diktatur zu würdigen, zu rehabilitieren und ihnen auch materiell bei der Linderung der oft schwerwiegenden Folgen des erlittenen Unrechts zu helfen. Dabei war die schwierige Frage zu lösen, ob und wie über Jahrzehnte begangenes Systemunrecht wieder gutgemacht werden kann. Die Einigungsvertragspartner hatten sich gegen eine Generalrevision aller Entscheidungen von DDR-Behörden und Gerichten entschieden. Staatliche Wiedergutmachung wird danach in erster Linie denjenigen Opfern gewährt, die unter dem DDR-Regime in besonderem Maße Unrecht erlitten haben. Auf der Grundlage von Artikel 17 des Einigungsvertrages stellen das Strafrechtliche, das Verwaltungsrechtliche und das Berufliche Rehabilitierungsgesetz sicher, dass alle Personen rehabilitiert werden können, die Opfer einer politisch motivierten Strafverfolgungsmaßnahme oder einer sonstigen rechtsstaats- und verfassungswidrigen Entscheidung in der DDR bzw. zuvor in der SBZ waren. Die Betroffenen haben dadurch die Möglichkeit erhalten, sich vom Makel persönlicher Diffamierung zu befreien und über die damit verbundenen Entschädigungsregelungen soziale Ausgleichsleistungen zu erhalten. Mehr als 1,5 Milliarden Euro haben Bund und Länder dafür seit 1992 zur Verfügung gestellt. Die Rehabilitierungsgesetze sind damit ein wichtiger Baustein bei der rechtsstaatlichen Aufarbeitung des von der SED-Diktatur begangenen Unrechts. Dieser Komplex der Bewältigung der Hinterlassenschaft der SED-Diktatur hat auch über die Jahre hinweg kontinuierlich eine Fortschreibung zugunsten der Opfer der SED-Diktatur erfahren. Die 1992 und 1994 in Kraft getretenen Rehabilitierungsgesetze wurden mehrfach bis in die jüngste Vergangenheit geändert, um ihre Situation zu verbessern. Dazu gehört u. a. auch, dass der Deutsche Bundestag anlässlich des 52. Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 mit den Stimmen aus allen Fraktionen ein Gesetz zur Änderung des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes verabschiedet hat, wonach die nächsten Angehörigen auch der Opfer des 17. Juni 1953, die ohne Gewahrsamnahme oder Verurteilung bei der gewaltsamen Niederschlagung des Volksaufstandes ihr Leben verloren haben, in den Kreis derjenigen aufgenommen wurden, die Unterstützungsleistungen von der Stiftung für ehemalige politische Häftlinge erhalten. Und nicht zuletzt wurde im August 2007 mit der Einführung der sogenannten Opferrente die wirtschaftliche Situation der politischen Häftlinge als der am schwersten von Verfolgung betroffenen Gruppe verbessert. Heute beziehen über 47.000 ehemalige Häftlinge diese besondere Zuwendung, für die Bund und Länder bislang rund 700 Millionen Euro bereitgestellt haben.

Der 60. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 ist ein besonderer Anlass, an die Frauen und Männer zu erinnern, die damals und später mit ihrem Widerstand maßgeblich dazu beigetragen haben, den Sturz des SED-Regimes herbeizuführen und die Wiedervereinigung zu ermöglichen. Wir dürfen in der Aufarbeitung der SED-Diktatur nicht nachlassen, auch wenn dabei bereits Beachtliches geleistet worden ist.
Die Autorin ist Bundesministerin der Justiz

Anzumerken ist,
wie realitätsfern ist diese Bundesministerin der Justiz. Die Aufarbeitung des kommunistischen Verbrechens hat in Deutschland noch gar nicht begonnen! Parteien, sogenannte Opfervertreter und andere Anpasser an die Beliebigkeit haben sich die Opfer der DDR-Diktatur zu Beute gemacht. Nicht wenige Opfer sind heute in Folge der DDR-Diktatur Diskriminierung, Willkür und Menschenverachtung auf nicht wenigen Ämtern der neuen Länder ausgesetzt. Versicherte Rechte der Opfer müssen eingeklagt werden gegenüber einer Verwaltung, die kein glaubhaftes Unrechtsbewusstsein zu den Opfern der Diktatur hat, davon man oft die Justiz im Osten einbeziehen kann.
http://www.sed.stasiopferinfo.com/phpBB2/viewtopic.php?t=1973&postdays=0&postorder=asc&start=120
Am 17. Juni legen Täter, Diener oder Mitläufer des DDR-Regimes heuchelnd Kränze an Mahnmalen unserer Toten und der noch überlebenden Opfer nieder. Die tatsächlichen Opfer sind, bis auf wenige Ausnahmen von diesem Schauspiel ausgeschlossen. Viele Kameraden sind wegen Folgen der Haft und Verfolgung krank und stellen sich als Statisten dieser Zeremonie den heutigen staatlichen Initiatoren nicht mehr zur Verfügung oder werden durch die heutigen Regierenden überhaupt gehindert an der Teilnahme der Veranstaltung.
Viele Opfer der Diktatur gedenken unter ihresgleichen ihrer Kameraden und wenden sich den Heuchlern gegenüber verachtungsvoll ab.


P.T.
„Seid Zeugen, seid nie wieder Opfer!“
_________________
Anerkannter ehemaliger politischer Häftling der SBZ/DDR, Folteropfer, Wehrdienstverweigerer, jahrzehntelanges Zersetzungsopfer der SED/Stasi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
P. Trawiel
Ganz besonders aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 06.09.2007
Beiträge: 1849

BeitragVerfasst am: 17.06.2013, 16:32    Titel: Diener der Beliebigkeit? Antworten mit Zitat

Bergner war seit 1971 Diener der DDR-CDU

Ostbeauftragter Bergner: 17. Juni als Feiertag »wenig wirksam«

CDU-Politiker lehnt Vorschlag des Bundesbeauftragten Jahn ab / Erklärung der Linken-Spitze zum Aufbegehren in der DDR 1953

Berlin (nd). Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, der CDU-Politiker Christoph Bergner, lehnt es ab, den 17. Juni wieder zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Auch er wünsche sich, dass die Erinnerung an das Aufbegehren in der DDR im Jahr 1953 „im öffentlichen Bewusstsein unseres Landes stärker verankert wird“, sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". Dazu sei ein Feiertag aber „wenig wirksam“. Wie wenig ein solcher „das Geschichtsbewusstsein der Menschen beeinflusst, zeigt ein Blick auf die Feiertagskultur des 17. Juni in der alten Bundesrepublik der 1970er und 1980er Jahre“, sagte Bergner. Der 17. Juni war in der Bundesrepublik von 1954 bis zur Wende als "Tag der deutschen Einheit" gesetzlicher Feiertag.

Zuvor hatte der Bundesbeauftragte für die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit, Roland Jahn, vorgeschlagen, den 17. Juni wieder als gesetzlichen Feiertag zu etablieren. Es sei ein Fehler gewesen, den Feiertag abzuschaffen, sagte Jahn. Mit dem 3. Oktober sei ein Tag zum Feiertag erkoren, „an dem ein Vertrag in Kraft getreten ist, und kein Tag, an dem die Menschen auf die Straße gegangen sind“. Dadurch seien die einschneidenden Ereignisse vom 17. Juni 1953 letztlich noch weiter in Vergessenheit geraten. Weiter lesen ………
Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/824661.ostbeauftragter-bergner-17-juni-als-feiertag-wenig-wirksam.html

Zu seiner Biografie wurde Bergner von mir genötigt seine Mitgliedschaft in der Ost-CDU bei Wikipedia einzugestehen, erst hieß es da 1989, er war anfangs beim Neuen Forum, dann ging er in die CDU.
Der Gründer des neuen Forums konnte nicht bestätigen einen Herrn Dr. Bergner aus Halle Saale sich zu erinnern. Doch die Frage ist noch offen, wie kam dieser Dr. Bergner mit dieser Biografie, einer Zugehörigkeit seit 1971 der Dienerschaft zum DDR-Regime dem wir politische Opfer wegen unseres Widerstandes zu dieser Diktatur wurden, bis in das Innenministerium der Bundesrepublik?
http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Bergner

P.T.
„Seid Zeugen, seid nie wieder Opfer!“
_________________
Anerkannter ehemaliger politischer Häftling der SBZ/DDR, Folteropfer, Wehrdienstverweigerer, jahrzehntelanges Zersetzungsopfer der SED/Stasi
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    www.stasiopferinfo.com Foren-Übersicht -> Als das Volk zum ersten Mal aufstand Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
subRebel style by ktauber
Deutsche Übersetzung von phpBB.de