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ab 1971 noch ohne Jugendweihe zur EOS?

 
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Klara123
Aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 28.03.2015
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 23.10.2016, 11:56    Titel: ab 1971 noch ohne Jugendweihe zur EOS? Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hätte hier mal eine Frage zur politischen Aufarbeitung :

In der ostdeutschen Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin, war es seit 1971 wahrscheinlich generell so, daß selbst hochbegabte Schüler ohne Jugendweihe nicht mehr die EOS besuchen durften. Während der Wende wurde mir in einer anderen (Groß-)Stadt dann von einem Schulleiter, der sich im Neuen Forum engagiert hatte, gesagt, daß es das in seiner Schule nicht gegeben hätte. Ich wüßte jetzt gerne, wie das in der DDR in anderen Regionen üblich war. Mein Vater hatte damals eine Eingabe an den Staatsrat geschrieben. Die Antwort war dann die, daß das die lokalen Organe entscheiden würden. Meine Eltern bekamen eine Einladung von der Abteilung Volksbildung und hatten ein Gespräch mit dem stellvertretenden Kreisschulrat, der erzählt hatte, daß es da eine zentrale Verordnung dazu gäbe. Er hat diese Verordnung dann scheinbar gesucht und gesucht und gesucht und …. so weiter. Gefunden hat er die nicht. Meine Eltern sind dann entnervt gegangen. Ich war Mitglied in den Massenorganisationen und an mir wurde bereits ab der zweiten Schulklasse ein Exempel statuiert. Zu diesem Zeitpunkt war klar, daß mein 6 Jahre älterer Bruder nicht an der Jugendweihe teilnehmen würde.

Gab es solche Verordnungen? Das war ja generell eine Verletzung der verfassungsmäßigen Rechte, weshalb man das auch nie schriftlich bekam. Laut Wikipedia wurde Honecker am 3. Mai 1971 SED-Generalsekretär. Mir stellt sich schon die Frage, ob der Einfluß von Margot Honecker dann stärker wurde.

Ich habe in dieser Region vor einigen Jahren noch sehr schlechte Erfahrungen mit politisch vorbelasteten Ärzten gemacht und den Eindruck, daß dort eventuell in jeder Arztpraxis einer drin sitzt, der auch heute noch für Horch und Guck arbeitet. In diesem Zusammenhang muß man auch erwähnen, daß man dort möglicherweise auch konsequent Kinder aus christlichen Elternhäusern nicht mehr Medizin studieren ließ. Auch dann nicht, wenn sie an der Jugendweihe teilnahmen (und sich danach noch konfirmieren ließen). Für mich wäre es ja nicht möglich gewesen, Lehrer zu werden, was mich nicht gestört hat. Mir hat vor einiger Zeit aber eine Frau, die ich nicht wirklich kenne, gesagt, daß sie (die an Jugendweihe und Konfirmation teilgenommen hatte) eigentlich Medizin studieren wollte und dann aber aus wahrscheinlich politischen Gründen in den Lehrerberuf gedrängt wurde, aus dem sie dann nach dem Mauerfall in diesem Ort wieder heraus gemobbt wurde. Letzteres sagt sehr viel über diesen Ort aus, in dem man sich schon fragen muß, ob man nicht eigentlich generell Horch und Guck wählt – ganz gleich bei welcher Partei man sein Kreuz macht. In diesem Ort wurden offiziell sehr viele Stasiakten vernichtet oder vielleicht auch beiseite geschafft. Mitarbeiter der BStU vermuten einen Zusammenhang mit dem Leistungssport. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen denke ich, daß diese Vermutung wahrscheinlich zu kurz greift.

Ich wüßte jetzt schon gerne einmal, wie das in anderen Regionen ab 1971 mit dem Zugang zur EOS und zum Medizinstudium gehandhabt wurde. Wie habt Ihr das in Erinnerung? Hat es eine solche zentrale Verordnung gegeben, wonach ab 1971 Schüler ohne Jugendweihe nicht mehr die EOS besuchen durften? Vor einigen Jahren habe ich außerdem einmal etwas gesehen, wonach in dieser Region anscheinend selbst die Teilnehmerlisten an Kreis-Olympiaden von zentralen Stellen (zunächst im Bezirk) genehmigt werden mußten. War das auch in anderen Regionen so?
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