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Ulrike Poppe

 
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Kronzeuge
Ganz besonders aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 18.02.2007
Beiträge: 266
Wohnort: SH

BeitragVerfasst am: 02.07.2007, 17:06    Titel: Ulrike Poppe Antworten mit Zitat

Ulrike Poppe war als Oppositionelle in Ostberlin Pressionen, Haft und Zersetzungsmaßnahmen der Stasi ausgesetzt. Im Rahmen des BStU-Zeitzeugen-Chats kann sie zu ihren Erlebnissen mit der Stasi-Repression befragt werden.
Biographische Angaben:
Ulrike Poppe wurde 1953 in Rostock geboren. Nach dem Abitur in Oranienburg studierte sie Kunsterziehung und Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin (ohne Abschluss). Danach arbeitete sie u.a. im Kinderheim, in Krankenhäusern und von 1976 bis 1988 im Museum für Deutsche Geschichte.
In den achtziger Jahren war sie in verschiedenen oppositionellen Gruppen tätig, u.a. in "Frauen für den Frieden" Berlin, in der "Initiative Frieden und Menschenrechte" und im Initiativkreis "Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung". Gegen Ende der achtziger Jahre war sie Regionalvertreterin für Berlin-Brandenburg im Netzwerk "Frieden konkret" der Ev. Kirche.
Im Zusammenhang mit ihren oppositionellen Tätigkeiten wurde sie Ende der siebziger Jahre, zusammen mit ihrem damaligen Ehemann, Gerd Poppe, ein „Operativer Vorgang" für die Staatsicherheit. Im Dezember 1983 wurde sie wegen Landesverrat (§ 99 StGB der DDR) verhaftet und saß 6 Wochen in Untersuchungshaft des MfS in Berlin-Hohenschönhausen. Bis in den Herbst 1989 war sie Objekt von Überwachungen, Bedrohungen und Zersetzungsmaßnahmen.
Im September 1989 wurde sie Gründungsmitglied der Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt" (DJ), Mitglied im Sprecherrat von DJ und anschließend Vertreterin von DJ am Zentralen Runden Tisch. Nach den ersten freien Wahlen arbeitete sie in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Volkskammer. Seit Januar 1991 ist sie Studienleiterin an der Evangelischen Akademie zu Berlin mit den Themenschwerpunkten Zeitgeschichte und Politik.
Zeit: 4.12.2002, 13.30 - 14.30 Uhr
www.bstu.de
Christian Booß, Pressesprecher
_________________
Widerstandskämpfer und politischer Gefangener der des SED Unrechtstaates 1974 /75 Schwarze Pumpe inhaftiert wegen § 213
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Christine



Anmeldedatum: 24.11.2011
Beiträge: 7
Wohnort: Stendal

BeitragVerfasst am: 26.11.2011, 22:46    Titel: Ich möchte mich vorstellen Antworten mit Zitat

Ich heiße Christine Peters,wohne in Stendal und bin am 14.3.1972 geb.
Ich war in der DDR von 1987-1989inverschiedenen Jugendwerkhöfe in Bad-Langensalza,
Wittenberg und im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau.
In Torgau spielt durch seine Einzigartigkeit eine besondere Rolle im System der Jugendhilfe und
Spezialheime der DDR.Mit der direkten Unterstellung unter dasMinisterium für Volksbildung,
und damit Margot Honecker,konnten Willkürliche Anordnungen erlassen werden,ohne dass die Zustimmung
legitimierender Gremien erforderlich war. In Torgau wurden Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren
ohne richterlichen Beschluss,unterhaftähnlichen Bedingungen,bis zu sechs Monaten verwahrt.
Primäres Ziel war die Umerziehung zur ,,sozialistischen Persönlichkeit ",wobei das Motto Strafe statt Erziehung hieß.
Vergitterte Fenster,Sichtblenden,Stacheldraht,schafe Hunde,ein minutiös organisierter Tagesablauf,Zwangssport,
Einzelarrest in Dunkelzellen bestimmten den zeitlich nicht festgelegten Aufenthalt in Torgau.
Die Liste der Suizidversucheist lang.
Unter menschenunwürdigen Bedingungen rechtsstaatswidrigen Bedingungen sollte mein Wille gebrochen und meine
Individualität zerstört werden.
Ich wurde 2010 für diese zeit Rehabilitiert und habe die entschädigung erhalten und ich bekomme auch die Opferrente.
Ich habe auch ein Antrag auf Beschädigenversorgung gestellt aber es wird immer wieder Abgelehnt
und das kann ich nicht verstehen.denn ich wurde in Torgau Körperlich geschädigt durch das Personal.
Wo ich auch ein Erzieher 1997 angezeigt hatte,wegen körperverletzung.
Aber das Landesverwaltungsamt Magdeburg lehnt jedesmal ab.
Durch Körperliche schwere Zwangsarbeit habe ich ein Rücken und Schulterbeschwerden sowie Herz kreislaufbeschwerden.

LG Christine
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felixbonobo
Ganz besonders aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 30.05.2014
Beiträge: 138

BeitragVerfasst am: 04.07.2014, 16:34    Titel: Re: Ich möchte mich vorstellen Antworten mit Zitat

Christine hat Folgendes geschrieben:
Ich heiße Christine Peters,wohne in Stendal und bin am 14.3.1972 geb.
Ich war in der DDR von 1987-1989inverschiedenen Jugendwerkhöfe in Bad-Langensalza,
Wittenberg und im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau.
In Torgau spielt durch seine Einzigartigkeit eine besondere Rolle im System der Jugendhilfe und
Spezialheime der DDR.Mit der direkten Unterstellung unter dasMinisterium für Volksbildung,
und damit Margot Honecker,konnten Willkürliche Anordnungen erlassen werden,ohne dass die Zustimmung
legitimierender Gremien erforderlich war. In Torgau wurden Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren
ohne richterlichen Beschluss,unterhaftähnlichen Bedingungen,bis zu sechs Monaten verwahrt.
Primäres Ziel war die Umerziehung zur ,,sozialistischen Persönlichkeit ",wobei das Motto Strafe statt Erziehung hieß.
Vergitterte Fenster,Sichtblenden,Stacheldraht,schafe Hunde,ein minutiös organisierter Tagesablauf,Zwangssport,
Einzelarrest in Dunkelzellen bestimmten den zeitlich nicht festgelegten Aufenthalt in Torgau.
Die Liste der Suizidversucheist lang.
Unter menschenunwürdigen Bedingungen rechtsstaatswidrigen Bedingungen sollte mein Wille gebrochen und meine
Individualität zerstört werden.
Ich wurde 2010 für diese zeit Rehabilitiert und habe die entschädigung erhalten und ich bekomme auch die Opferrente.
Ich habe auch ein Antrag auf Beschädigenversorgung gestellt aber es wird immer wieder Abgelehnt
und das kann ich nicht verstehen.denn ich wurde in Torgau Körperlich geschädigt durch das Personal.
Wo ich auch ein Erzieher 1997 angezeigt hatte,wegen körperverletzung.
Aber das Landesverwaltungsamt Magdeburg lehnt jedesmal ab.
Durch Körperliche schwere Zwangsarbeit habe ich ein Rücken und Schulterbeschwerden sowie Herz kreislaufbeschwerden.

LG Christine


Lieber Frau Christine Peters,

welche erschütternden verbrechen in den ehemaligen jugendwerkhöfen schon an kindern und jugendlichen verbrochen wurden, ist leider nach wie vor nur ein randthema und noch immer nicht in den köpfen der allgemeinheit angekommen. Ich hoffe sehr das sich das im frühjahr 2015 endlich ändern wird, denn da wird die studie über diese verbrechen veröffentlicht.
Noch mehr hoffe ich allerdings, das es dann auch für sie keine ablehnungsschreiben eines landesverwatungsamt magdeburg mehr geben wird, sonst müsste man es noch mal an richtiger stelle durch die presse jagen, wie solche opfer wie sie bis heute unentschädigt geblieben sind, trotz opferrente!

Liebe grüße,
alexander arnold
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felixbonobo
Ganz besonders aktiver Kamerad


Anmeldedatum: 30.05.2014
Beiträge: 138

BeitragVerfasst am: 04.07.2014, 16:51    Titel: Re: Ulrike Poppe Antworten mit Zitat

Kronzeuge hat Folgendes geschrieben:
Ulrike Poppe war als Oppositionelle in Ostberlin Pressionen, Haft und Zersetzungsmaßnahmen der Stasi ausgesetzt. Im Rahmen des BStU-Zeitzeugen-Chats kann sie zu ihren Erlebnissen mit der Stasi-Repression befragt werden.
Biographische Angaben:
Ulrike Poppe wurde 1953 in Rostock geboren. Nach dem Abitur in Oranienburg studierte sie Kunsterziehung und Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin (ohne Abschluss). Danach arbeitete sie u.a. im Kinderheim, in Krankenhäusern und von 1976 bis 1988 im Museum für Deutsche Geschichte.
In den achtziger Jahren war sie in verschiedenen oppositionellen Gruppen tätig, u.a. in "Frauen für den Frieden" Berlin, in der "Initiative Frieden und Menschenrechte" und im Initiativkreis "Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung". Gegen Ende der achtziger Jahre war sie Regionalvertreterin für Berlin-Brandenburg im Netzwerk "Frieden konkret" der Ev. Kirche.
Im Zusammenhang mit ihren oppositionellen Tätigkeiten wurde sie Ende der siebziger Jahre, zusammen mit ihrem damaligen Ehemann, Gerd Poppe, ein „Operativer Vorgang" für die Staatsicherheit. Im Dezember 1983 wurde sie wegen Landesverrat (§ 99 StGB der DDR) verhaftet und saß 6 Wochen in Untersuchungshaft des MfS in Berlin-Hohenschönhausen. Bis in den Herbst 1989 war sie Objekt von Überwachungen, Bedrohungen und Zersetzungsmaßnahmen.
Im September 1989 wurde sie Gründungsmitglied der Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt" (DJ), Mitglied im Sprecherrat von DJ und anschließend Vertreterin von DJ am Zentralen Runden Tisch. Nach den ersten freien Wahlen arbeitete sie in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Volkskammer. Seit Januar 1991 ist sie Studienleiterin an der Evangelischen Akademie zu Berlin mit den Themenschwerpunkten Zeitgeschichte und Politik.
Zeit: 4.12.2002, 13.30 - 14.30 Uhr
www.bstu.de
Christian Booß, Pressesprecher


Liebe Frau Poppe, bzw. mitlesende,

an die bewegung "Frauen für den Frieden" kann auch ich mich noch sehr gut erinnern. Zur geschichte der ddr gehört es, das man anfang der achziger jahre auch die frauen zum wehrdienst bei der armee verpflichten wollte, und diese mutigen frauen damals dagegen aufstanden.

So erinnere ich mich an eine kirchenverantstaltung in ost-berlin, in der einige frauen ihre erfahrungen öffentlich machten, wie man auf sie nach anfragen reagiert und geantwortet hatte. So wurde gefragt was denn bitte mit den kindern geschehen sollte, wenn man ihre mütter zur armee verpflichtet, wer sich dann bitte um sie kümmern soll ?. Die antwort der behörden war: ..aber wir haben doch gute kinderheime in der ddr ?!

Ich wagte mich damals kurz auf die kanzel, um meinen männlichen geschlechtsgenossen zu sagen, das wir uns ein dickes beispiel an diesen mutigen frauen nehmen müssen. Was sie hier riskierten mit ihrer öffentlichen verweigerung, war genau so gefängnis wie wir, wenn wir diese armee verweigern. Diesen mut sollten auch wir aufbringen. ( das sie stasi mich nicht anschließend abfing, wundert mich bis heute).

Lg

A. Arnold
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